1Mein Sohn Metusala! Ich will dir jetzt alle meine Visionen zeigen, die ich geschaut: ich erzähle sie vor dir.
2Ich schaute zwei Gesichte, bevor ich ein Weib nahm. das eine davon war dem andern unähnlich. Zum ersten Mal, als ich das Schreiben lernte, und zum andern, bevor ich deine Mutter nahm, sah ich je ein schreckliches Gesicht. Ihretwegen flehte ich zum Herrn.
3Ich hatte mich im Hause meines Großvaters Mahalalel niedergelegt; da sah ich im Gesicht, wie der Himmel zusammenbrach, dahinschwand und auf die Erde stürzte.
4Und als er zur Erde niederfiel, sah ich, wie die Erde in einem großen Abgrund verschlungen ward, Berge auf Berge fielen, Hügel auf Hügel stürzten, wie hohe Bäume entwurzelt wurden, hinabwirbelten und in der Tiefe versanken.
5Darauf fiel ein Wort in meinen Mund und ich erhob meine Stimme, indem ich schrie und rief: „Die Erde ist vernichtet.“
6Da weckte mich mein Großvater, bei dem ich lag, und sagte: Mein Sohn! Warum schreist du so?
7Da erzählte ich ihm das ganze Gesicht, das ich geschaut, und er sprach zu mir: Mein Sohn! Du hast etwas Schreckliches gesehen, und dein Traumgesicht ist sehr wichtig für die Geheimnisse aller Sünden auf Erden; sie muß in den Abgrund sinken und einen großen Untergang erleiden.
8Und nun, mein Sohn, erheb dich! Fleh zu dem Herrn der Herrlichkeit, – du bist ja gläubig – daß ein Rest auf Erden übrig bleibe und Er nicht die ganze Erde vertilge!
9Mein Sohn! All das kommt vom Himmel über die Erde, und auf Erden findet dann eine große Zerstörung statt.
10Darauf erhob ich mich, betete, flehte und schrieb mein Gebet für die Erdengeschlechter nieder; nun will ich dir, mein Sohn Metusala, alles zeigen.
11Ich trat nun ins Freie; da sah ich den Himmel, den Sonnenaufgang im Osten und den Monduntergang im Westen und einige Sterne sowie die ganze Erde und alles, wie Er es von Anfang bestimmt hat. Da pries ich den Herrn des Gerichts und erhob ihn, weil er die Sonne aus des Ostens Fenstern aufgehen ließ, so daß sie an des Himmels Außenseite aufsteigt, aufgeht und untergeht und den ihr gewiesenen Pfad wieder zurücklegt.